Porträt

Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft

Soziale Arbeit Dualer Master DHBW CAS

Sprachtalent Ariston hat sich sehr früh für den Weg zum neuen Master entschieden

Es gibt Menschen, deren Begeisterung wirkt auf andere ansteckend. Ariston Papazoglou* ist so ein Mensch. Als wir ihn morgens zum Interview treffen, hat er gerade eine Nachtschicht in einer internationalen Wohngruppe für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge hinter sich. Andere wollten da nur noch ihre Ruhe. Nicht so Ariston: Er sprüht vor Energie. Seine Augen funkeln. Er strahlt und eines ist klar: Der 29-Jährige liebt seinen Job.

Nach dem Bachelor der Duale Master in Sozialer Arbeit
Ariston hat vor drei Jahren seinen Bachelor in Sozialer Arbeit im Bereich Kinder- und Jugendhilfe gemacht. Davor hat er in Tübingen Politikwissenschaft und Geschichte studiert. Auch da hat er den Bachelor in der Tasche. Und jetzt kommt der Duale Master: Seit dem Wintersemester studiert Ariston Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft. Abwechselnd am CAS in Heilbronn und an den Studienakademien in Villingen-Schwenningen, Stuttgart und Heidenheim.

Internationalität von Geburt an
Aristons Eltern stammen aus Griechenland beziehungsweise Albanien. „Da steckt mir die Internationalität quasi im Blut“, grinst er. Bei der Flüchtlingsarbeit kommt ihm das tatsächlich zugute. Ariston spricht fünf Sprachen fließend – albanisch, deutsch, englisch, griechisch und italienisch.

Migration erfordert neuen Studiengang
Für die Leitung des neuen Master-Studiengangs ist die Einführung des neuen Angebots überfällig. Die Gründe sind aus ihrer Sicht einfach: „Migration ist ein globaler Normalzustand geworden“, wird nüchtern festgestellt. „Die Ursachen mögen sich unterscheiden – Umweltbedingungen, Kriege, Diskriminierung, Armut – das Phänomen aber bleibt.“ Mit einem weiterführenden Studienangebot genau auf diese veränderten Bedingungen zu reagieren, sei ebenso notwendig wie wichtig.

Das Zusammenleben optimieren
Ziel müsse es sein, „das Zusammenleben besser gelingen zu lassen“, erklären die Pädagogen. „Es ist eine Sache in den Köpfen. Deutschland sei kein Einwanderungsland, hieß es noch in den 90er Jahren. Der Begriff Gastarbeiter spricht Bände. Es ändert sich etwas, wenn Migration als Normalzustand wahrgenommen wird“, beziehen die Hochschullehrer Stellung.

Ziel ist eine bessere Qualifikation
Ariston sieht es genauso: „Die Chancen, die für eine Gesellschaft aus Zuwanderung entstehen, werden nicht ausreichend Wert geschätzt“, ist er sich sicher. Und auch die Studiengangsleitung legt nach: „Das Konzept der interkulturellen Öffnung ermöglicht es, Potenziale, die aus Diversität entstehen, besser zu nutzen.“ Konkret meinen sie damit, wenn wir die Rahmenbedingungen für Integration voranbringen, indem wir Einrichtungen besser ausstatten und Mitarbeiter höher qualifizieren, werden Gesellschaft und Wirtschaft rascher und nachhaltiger profitieren.

Spaß am Dualen Master
Ariston macht seine zweijährige Master-Ausbildung viel Freude. „Ich bin ja noch ganz am Anfang“, sagt er, „aber neue Impulse, Konzepte und Möglichkeiten lerne ich jetzt wieder ganz regelmäßig.“ Als wir uns verabschieden, merkt er dann doch, dass ihm eine Nachtschicht in den Knochen steckt. Er lächelt verschmitzt: „Jetzt erstmal schön frühstücken…“

*Namen von der Redaktion geändert