Reportage

Verhandeln bei der UNO in New York

Duales Studium Simulationskonferenz NMUN New York DHBW

Bei der Simulationskonferenz NMUN in New York erleben DHBW Studierende Diplomatie hautnah

Jedes Jahr zu Beginn des Frühjahrs ist es soweit: Seit 2012 nimmt dann rund ein Dutzend Studierende der DHBW Lörrach an der weltweit größten Simulationskonferenz der Vereinten Nationen teil, dem National Model United Nations (NMUN). Jede Hochschule repräsentiert dabei eines der 193 UNO-Mitgliedsländer.

Sechs Monate Vorbereitung
Fast sechs Monate lang bereitet sich die studentische Delegation aus Lörrach in Workshops und mit viel Eigenregie auf die einwöchige Konferenz am Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York vor. 2019 vertraten die Südbadener die Slowakische Republik. Zuvor waren es auch schon Staaten wie Nepal, Serbien, Lettland, das südamerikanische Suriname oder die Vereinigten Arabischen Emirate gewesen.

Lörrach kann mithalten
Vertreten sind bei der größten Simulationskonferenz der UNO mehr als 5.000 Teilnehmer aus über 45 Nationen. Im internationalen Teilnehmerfeld sind die angehenden Betriebswirte, Elektroingenieure und Maschinenbauer aus Lörrach zunächst fachfremd. Im regulären Studium beschäftigen sie sich schließlich mit Fertigungstechnik oder Marketing und nicht mit internationaler Politik und der UNO. Als einzige Vertreter einer dualen Hochschule können sie sich aber dennoch gegenüber Juristen und Politikwissenschaftlern renommierter Hochschulen aus der ganzen Welt gut behaupten. Wie der Betreuer des Projekts beobachtet hat: „Dank ihrer Erfahrungen in der unternehmerischen Praxis können unsere Studierenden oft unbefangener und praxisbezogener argumentieren als die übrigen Nachwuchsdiplomaten.”

Tolles Gefühl für die Teilnehmer
Gefragt sind besonders Verhandlungsgeschick, Argumentationslogik und interkulturelles Verständnis. Anika Sieber* schildert ihre Eindrücke so: „Wenn eine Puerto-Ricanerin, die Politik studiert und den Oman repräsentiert mit einer Sprachwissenschaftlerin aus China, welche Mauritius vertritt und mir als BWL-Gesundheitsmanagement Studentin, die für die Interessen der Emirate einsteht, an einem Tisch über atomare Abrüstung diskutiert, dann ist das wirklich eine einmalig bereichernde Erfahrung.” Für sie war es eine „lehrreiche Zeit”, die ihr Verständnis für globale Zusammenhänge und für Werte und Interessen im mittleren Osten grundlegend verändert hat.

Verhandeln, diskutieren, ausgleichen
Auch wenn es sich um eine Simulation gehandelt habe, hätten sich die fünf Tage in New York und am UN-Hauptquartier doch sehr realistisch angefühlt. Das berichten unisono alle bisherigen Lörracher Delegationsmitglieder. „Die Vereinten Nationen verhandeln, diskutieren und versuchen, einen Konsens im Sinne der globalen Interessen zu finden. Beim NMUN in New York haben wir letztendlich genau das auch getan”, heißt es aus Kreisen der Teilnehmer.

*Namen von der Redaktion geändert


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