Interview

Dominik engagiert sich am Campus Bodensee

Erfahrungsbericht Duales Studium DHBW Ausbildung vor dem Studium

Nach dem Abi zuerst eine Ausbildung – die ideale Basis für Dominik

Dominik Bodenmüller studiert im 5. Semester Maschinenbau Fahrzeug-System-Engineering an der DHBW Ravensburg – Campus Friedrichshafen. Der 24jährige aus Leutkirch hat vor dem Studium eine Ausbildung gemacht. Weshalb dies für ihn die perfekte Ergänzung ist, beschreibt er im career21-Interview.

#Studium allgemein
Hallo Dominik, Du hast vor dem Dualen Studium eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker absolviert. Weshalb direkt nach dem Abi eine Ausbildung und nicht gleich Studium?
Da ich mich sehr für das Thema Auto interessiere und gleichzeitig auch was Praktisches machen wollte. Diese zwei Dinge konnte ich zunächst perfekt in einer Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker kombinieren.

Was waren die Gründe für das nach der Ausbildung anschließende DHBW Studium?
Während der Ausbildung habe ich dann festgestellt, dass ich die Arbeit als KFZ-Mechatroniker nicht zu meiner Berufung machen möchte. Zudem hatte sich bei mir in der Zwischenzeit ein großes Interesse am CAD Konstruieren entwickelt. Daher war ein Ingenieurstudium im Maschinenbau genau das Richtige. Nachdem die ungefähre Studienrichtung fest stand, habe ich mich für ein duales Studium entschieden, da mir die Kombination von Praxis und Theorie sehr wichtig ist. Zudem war es mir auch ein Anliegen, mich voll auf das Studium konzentrieren zu können, ohne durch einen Nebenjob, zum Beispiel im normalen Studium, abgelenkt zu sein. Nachdem ich mich über die angebotenen Maschinenbaustudiengänge informiert hatte und mich für Fahrzeug-System-Engineering interessierte, war mir klar – das möchte ich studieren.

Warum dieser Studiengang?
Zum einen Maschinenbau, weil ich eine Affinität für´s CAD Konstruieren habe. Und die Vertiefung Fahrzeug-System-Engineering, da ich mich sehr für Fahrzeuge interessiere. Zudem sah ich in diesem Studiengang eine perfekte Ergänzung für meine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker.

Wie bist Du auf das Ausbildungsunternehmen gekommen?
Über die Website der DHBW. Dort werden alle Partnerunternehmen aufgelistet. Ich habe die verschiedenen Websites angeschaut und die meines Unternehmens hat mich am meisten überzeugt. Für mich stand auch bereits vorher fest, dass ich mein duales Studium bei einem kleineren Unternehmen machen möchte. Denn dessen Vorteile hatten mich überzeugt.

Wie viele Bewerbungen hast Du geschrieben?
Ca. 15

#Zukunft
Du wirst dieses Jahr Dein Studium abschließen und bist dann Bachelor of Engineering.
Ist der Master für Dich interessant?

Aktuell nicht, da ich nach sechs Jahren Ausbildung und Studium erst einmal durchschnaufen und arbeiten will. Vielleicht ergibt sich eine Gelegenheit für den Master in ein paar Jahren.

Planst Du eine Tätigkeit im Ausland?
Ich interessiere mich leidenschaftlich für fremde Kulturen und Länder. Eine Tätigkeit im Ausland gehört daher definitiv zu meinen Wünschen.

#Location
Du studierst beim Campus Friedrichshafen der DHBW Ravensburg – was bietet die Stadt FN als Studienort?
Hauptsächlich den Bodensee, ansonsten sieht es leider mau aus.

Gibt es interessante Freizeitmöglichkeiten?
Ja durchaus, in Kooperation mit unserer Nachbaruni, der Zeppelin Universität, dort wird beispielsweise ein breites Hochschulsportprogramm angeboten. Außerdem veranstalteten wir, die Studierenden Vertretung (StuV), ab und zu interessante Events.
Zudem gibt eine LaserTag Arena, Escape Rooms und verschiedene andere Dinge zu erleben.

Wie ist die Wohnsituation?
Schwierig, da es deutlich zu wenige Wohnungen/WGs gibt und diese dann auch entsprechend teuer sind.

Was macht man abends in Friedrichshafen?
Mit Freunden zum See gehen und den Abend genießen, vor allem im Sommer ist das sehr schön. Oder einfach einen entspannten Abend in der WG.

#Alltag Theorie und Praxis
Wie sieht ein Tag in der Praxis aus?
Eigentlich wie jeder andere Arbeitstag auch. Je nach Projekt kann es sein, dass man beim Kunden ist, dann erfolgt morgens z.B. die Anreise, mittags die Vorstellung und abends fährt man dann wieder zurück. Wenn man in der Firma arbeitet, läuft der Tag wie bei einem normalen Angestellten ab. Mein Tag beginnt meist gegen 7 Uhr und endet um 16 Uhr. Zwischendrin gibt es eine kurze Pause, in der ich mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen austausche.

Fühlst Du Dich mehr als Student oder als Arbeitnehmer?
Mehr als Student.

Wie sieht ein Tag an der DHBW aus?
Meistens ist um 8 Uhr Vorlesungsbeginn, die einzelnen Blöcke dauern dann ca. 2 Stunden, dazwischen gibt es mehrere Pausen. Während den Pausen stärken wir uns meist in der Mensa oder in der Stadt.

Was, glaubst Du, unterscheidet ein duales Studium zentral von einem an Uni oder Hochschule (früher FH)?
Die frühe Einbindung in die Praxiswelt. Dadurch kann man das Gelernte gleich praktisch umsetzen. Zudem versteht man auch mehr, wie eine Firma funktioniert. Man bekommt spannende Projekte und kann ein bisschen „Ingenieursluft“ schnuppern. Außerdem die Vorlesungsgröße, in meinem Kurs sind wir z.B. nur 28 Studierende, an der Uni/Hochschule wären das bestimmt zehn Mal so viele. Auch haben meiner Meinung nach die Dozierenden an der DHBW meist mehr Praxiserfahrung als Uni Professoren, da sie nebenher noch in einer Firma arbeiten und daher in der Lage sind, mit praxisnahen Beispielen Sachverhalte, Probleme und Lösungen zu beschreiben.

Was ist arbeitsintensiver – Theorie- oder Praxisphase?
Die Theoriephase, da man nach Vorlesungsende noch nicht fertig ist, sondern weiter büffeln muss. In der Prüfungsphase ist man dann hauptsächlich mit Lernen beschäftigt und alles andere ist nur noch nebensächlich.

Du bist sehr engagiert als stellvertretender Bereichssprecher Fakultät Technik, als Mitglied der StuV sowie als hauptamtliches Mitglied des Studierenden Parlaments der DHBW – welche Erfahrungen hast Du dabei gemacht, was motiviert Dich?
Wer sich engagieren möchte, dem stehen an der DHBW alle Türen offen, vor allem hier in Friedrichshafen gibt es immer was zu tun. Meine Erfahrungen waren ausschließlich positiv. Durch das Engagement, reift man auch persönlich. Durch das StuPa lernt man zum Beispiel die anderen Standorte kennen, sieht wie es dort läuft und kann eigene Ideen mitnehmen.
Ich möchte Dinge an der DHBW voranbringen und etwas bewegen. Dies kann man am besten in der Studierendenvertretung (StuV) und/oder im StuPa tun. Mich macht es auch glücklich, wenn ich anderen helfen kann und mich stört Ungerechtigkeit.

#Familie, Freunde, Hobbys
Wenn Du nicht gerade büffelst oder arbeitest – was machst Du dann am liebsten?
Am liebsten mit der Freundin oder Freunden zusammen was unternehmen oder Sport machen z.B. Bouldern gehen.

Wie haben Freunde, Schulkollegen und Familie auf Deine Idee mit der Ausbildung und dem Dualen Studium reagiert?
Die fanden die Idee sehr gut und haben mich voll dabei unterstützt. Vor allem, da sie selbst schon sehr gute Erfahrungen mit diesem Weg gemacht haben.

Würdest Du die Entscheidung wieder so treffen?
Ja, auf jeden Fall! Denn durch die Ausbildung habe ich einen Einblick in das Berufsleben bekommen. Und das duale Studium läuft bisher sehr gut. Besonders gut hat mir die Einbindung in verschiedene Projekte meiner Firma gefallen. Dort wurde ich bereits früh an wichtigen Kundenprojekten beteiligt und konnte entscheidend dazu beitragen. Meine Projekte waren zudem noch sehr interessant. Meine Studiengangswahl hat sich auch als perfekt für mich erwiesen, denn es macht mir einfach sehr viel Spaß.

Ermöglicht Dir Dein Gehalt einen anderen Lebensstil als andere Studierende, die Du kennst?
Ja, denn ich bin freier in meinen Entscheidungen, wenn ich etwas kaufen möchte oder mir etwas gönne.

Bist Du generell mehr ein praktischer Mensch, der lieber anpackt als theoretisiert?
Beides würde ich sagen.

Besten Dank Dominik für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

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